

Antakya
Die Geschichte der Stadt Antakya, die eine der aeltesten Siedlungen der Türkei ist, reicht bis zum Jahre 1000 v.Chr. zurück. Es hat sich durch die Ausgrabungen in dem Gebiet herausgestellt, dass dieses Gebiet sogar in der Neolitik- und Bronzezeit eine belebte Siedlung war.
Die Stadt wurde 307 v.Chr. durch Antigonos am Ufer des Flusses Asi (Orontes) etwas nördlicher von der heutigen Stadt gegründet. Spaeter wurde die Stadt von Seleukos I etwas südlicher vergelegt und wurde in "Antiokheia" umbenannt. 64 v.Chr. ging die Stadt in das Römische Reich über und wurde die Hauptstadt der Provinz von Syrien.
Antiochia spielte bei der Ausbreitung des Christentums eine wichtige Rolle. Der Apostel Paulus soll hier die erste christliche Gemeinde gegründet haben. Spaeter kam die Stadt in die Haende der Perser, Byzantiner, Seldschuken und Araber. 1516 wurde Antakya ein Teil des osmanischen Reiches und blieb so bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. 1918 wurde die Stadt unter französisches Mandat gestellt und 1939 kam sie zusammen mit der Provinz Hatay an die Türkei zurück.
In Antakya ist die Handweberei leider wegen der staendig wachsenden Textilindustrie stark zurückgegangen. Heute findet man in Samandað und in Harbiye kleine Familienbetriebe für Seidenweberei nur in geringer Zahl. Andere Handwerke wie Holzschnitzerei, Schilfwaren, Steinschnitzerei, Seifenproduktion mit Daphneöl sind noch vorhanden.
Zu den wichtigsten Agrarprodukten des fruchtbaren Gebietes zaehlen die Weizenarten, Baumwolle, Gemüse, Obst und Zitrusfrüchte.
Historische Sehenswürdigkeiten:
St. Petrus (St. Pierre) Kirche
Die Grottenkirche befindet sich auf der Antakya - Reyhanlý Strasse, in der Naehe von dem Hügel Habib Necar. Eine verborgene Grotte wurde im 7.-8. Jhd.v.Chr. von den Kreuzfahrern in eine Kirche verwandelt. Petrus kam 29 - 40 n.Chr. nach Antiochia, um das Christentum zu verbreiten. Die ersten religiösen Versammlungen der Anhaenger fanden hier statt. Deswegen ist die St. Pierre Kirche als erste christliche Kirche bekannt. In der Grotte befinden sich die Reste von den Mosaiken. Rechts des Altars rinnt ein Wasserfaden und links des Altars befand sich ein Fluchttunnel der Christen. Die St. Petrus Kirche ist vom Vatikan als heilige Staette anerkannt, alljaehrlich am 29. Juni, dem Gedenktag des Martyriums von Petrus, wird hier eine Messe gehalten.
Mosaikenmuseum
Dieses interessante Museum besitzt eine der bedeutendsten Mosaikensammlungen der Welt. Die Mosaiken aus dem 2. bis 3.Jhd.n.Chr. stellen mythologische Szenen mit Menschen- und Tierfiguren dar. Es handelt sich hier um den römischen Fussbodenschmuck öffentlicher Bauten und vornehmer Wohnungen aus Antakya und dem nahegelegenen Harbiye (Daphne). Das Museum besitzt auch noch eine Sammlung hethitischer Funde aus der Umgebung von Antakya.
Der Sarkophag von Antakya
Dieser in Sidamara-Form (mit Saeulen) gebaute Sarkophag aus dem 3.Jhd. beinhaltet goldene Münzen des römischen Kaisers Gordianaus II (328 n.Chr.) und der Kaiserin Salonina (253-268 n.Chr.).
Tyche von Antiochia
Die Statue ist die wichtigste unter den zahlreichen Monumenten, die von König Seleucus I errichtet wurden. In diesem Werk ist die Göttin des Schicksals und des Zufalls mit einer Mauerkrone auf einem Fels sitzend, in der Hand drei Aehren haltend dargestellt. Zu ihren Füssen steht der Flussgott Orontes. Als Verkörperung der Stadt Antiochia tritt die Statue der Tyche auf zahlreichen Münzen auf.
Haron Schnitzen
Sie befinden sich an einem Fels in der Naehe von der St. Petrus Kirche und wurden unter der Herrschaft von dem König Antiochus errichtet.
Zitadelle und Stadtmauern
Die Zitadelle wurde 300 v.Chr. von König Nicator I errichtet. Von den Stadtmauern sind nur noch Überreste erhalten geblieben.
Das Stadttor von Antiochia (Eisernes Tor)
Das Tor befindet sich südlich von der St. Petrus Kirche, auf dem Hügel Habib Necar.
Alalah von Amik Tal und der hethitische Palast
In dem Tumulus Tel Açana befinden sind die Stadtruinen von Alalah.
Habbib Necar Moschee
Die erste Moschee Antakyas wurde von Sultan Baybars aus einer Kirche in eine Moschee umgebaut. Die Brunnenanlage stammt aus dem 19.Jhd.
Ulucami (Ulu Moschee)
Die aelteste Moschee von Antakya liegt in der Naehe der römischen Brücke und stammt aus der Zeit der Memmeluken. Die Moschee und die Minarette wurden mehrmals restauriert.
Sokullu Mehmet Paþa Komplex
Der Komplex, der von dem Architekten Mimar Sinan in Payas erbaut wurde, beinhaltet eine Küche, zwei Brunnen, Kervansaray, ein Hamam (Bad), Basar und eine Kanabenschule.
Kanuni Sultan Süleyman Herberge
1549 wurde das Gebaeude von Sultan Süleyman dem Praechtigen in Belen erbaut. Die Moschee, der Bad und die Herberge ist erhalten geblieben.
Natürliche Sehenswürdigkeiten:
Harbiye (Daphne)
In der Römerzeit war Harbiye ein luxuriöser Villenort und ist heute mit seinen Lorbeerbaeumen, Gewaessern und Wasserfaellen ein idealer Ausflugsort. Harbiye liegt 6 km weit von Antakya entfernt. Von hier laeuft ein Wasserfall zum Fluss Asi hinunter.
Auf dem Gelaende befindet sich ein öffentlicher Park mit Restaurants und Kafeehaeusern.
Daphe war ein heiliger Bezirk. Laut der Mythologie flüchtete die Nymphe Daphne hierher und verwandelte sich in einen Lorbeerbaum, um der Verfolgung von Apollo zu entkommen.
Die Spezialitaeten des Gebietes:
Oruk: Fleisch, Bulgur und Gewürze werden geknetet. Aus der Masse werden eiförmige Frikadellen geformt und mit dem Zeigefinder ausgehöhlt. Die Öffnung wird mit der Mischung aus Fleisch und Wallnuss gefüllt und verschlossen. Oruk wird in Öl gebraten.
Ekþi aþý: Winzige Oruk-Frikadellen werden mit Wasser, Tomatensaft und Gewürzen gekocht. Die Frikadellen sind sehr klein und die Füllung wird nicht mit Fleisch, sondern mit Speck und Gewürzen zubereitet.
Yogurt aþý: Die Sosse der Speise besteht aus Wasser und Salz-Joghurt. Die winzigen Oruk-Frikadellen werden dazugegeben.
Kaytaz Böreði: Teigpastete mit einer Hackfleischfüllung.
Katýklý Ekmek: Fladenbrot mit einer Füllung von Spinat, Çökelek (eine Kaeseart) und Gewürzen. Wird auch Spinatbrot genannt.
Aþþur: Fleisch, Weizen und Gewürze werden gekocht und mit einem Fleischhammer zu einer Masse zerdrückt. Dieses Gericht ist in manchen Gebieten der Türkei als Keþkek bekannt.
Tepsi Kebabý: Hackfleisch wird mit verschiedenen Zutaten und Gewürzen wie Frikadellen zubereitet und in einer Backform im Ofen gebacken.
Künefe: Eine mit Spezialkaese zubereitete Nachspeise, die lauwarm gegessen wird. Künefe ist als Symbol von Antakya bekannt.